Marktausblick: Robuste Märkte trotz turbulentem Jahresbeginn - Blog

Marktausblick: Robuste Märkte trotz turbulentem Jahresbeginn


In unserer neuen Blog-Serie beleuchten wir quartalsweise, in welche Richtung es auf den Finanzmärkten in den kommenden Wochen und Monaten gehen könnte. Das Jahr 2020 hat mit vielen Turbulenzen begonnen: Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA hat sich stark zugespitzt, ist dann aber schnell abgeflacht, und mit dem aufkommenden Corona-Virus kommt ein neuer globaler Unsicherheitsfaktor hinzu. Trotzdem zeigen sich die Märkte robust.

Die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Corona-Virus sind noch unbekannt und Portfolio-Aktionitis wäre die falsche Antwort auf die aktuelle Situation. Eine genaue Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, da seit dem schwerwiegenden Ausbruch des Virus erst rund zwei Wochen vergangen sind.

Bedenkt man, wie schnell sich die Märkte nach der Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran erholt haben, ist eine rasche Erholung durchaus möglich. Insgesamt ist es aber noch zu früh, um komplette Entwarnung geben zu können.  Bei Sars dauerte es zum Beispiel ca. 100 Tage bis zum Höhepunkt der Pandemie.

Robuste fundamentale Faktoren überwiegen

Langfristig sind jedoch aus unserer Sicht keine grösseren wirtschaftlichen Auswirkungen zu befürchten und die positiven fundamentalen Faktoren überwiegen. Vor diesem Hintergrund würden wir die Aktienquote momentan unverändert lassen. Gleichzeitig gibt es durchaus Sektoren, die negativ betroffen sein dürften, insbesondere Konsumgüter.

So büssten Luxusgüter während der Sars-Pandemie rund 35% ihres Wertes ein. Momentan lassen in diesem Zusammenhang abgesagte Uhrenmessen und geschlossene Geschäfte in China aufhorchen. In den letzten Tagen lässt sich jedoch bereits auch in diesem Sektor ein Rebound beobachten. Trotzdem würden wir Konsumgüter-Aktien momentan untergewichten.

Bei Pandemien rückt auch immer die Gesundheitsbranche in den Fokus. Doch auch unabhängig vom Corona-Virus ist die Gesundheitsbranche attraktiv für Anleger. Die Überalterung der Gesellschaft wird immer mehr an Bedeutung gewinnen und eröffnet Anlagemöglichkeiten. Im Gesundheitssektor übergewichten wir deshalb.

Industrie-Sektor stark abhängig von den USA und China

Demgegenüber steht der Industrie-Bereich, der sich von der Rezession des Jahres 2019 weit weniger schnell erholt hat als erhofft. So stehen zum Beispiel bei diversen Unternehmen des zweiten Sektors in der Schweiz Kurzarbeit oder auch Stellenabbau-Pläne zur Diskussion. Es gilt, die Situation zu beobachten.

Dabei muss insbesondere die China-Politik Donald Trumps weiterhin gut im Auge behalten werden, wie sich der Handelskonflikt weiterentwickelt und zu welchen Massnahmen der US-Präsident im anstehenden Wahlkampf greifen könnte, um die Gunst seiner Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Auch weil China weitaus tiefere Wachstumsraten zu verzeichnen hat, deutet vieles darauf hin, dass keine der beiden Seiten an einer weiteren Eskalation des Konflikts interessiert sein wird. Dies würde sich positiv auf die Weltwirtschaft und insbesondere den Industriesektor auswirken.

Einstiegschancen in UK und Japan

Die Grüne Welle ist nicht nur im politischen Kontext spürbar, sondern auch an den Aktienmärkten. So sind erneuerbare Energien im Hoch und dürften auch in den kommenden Monaten weiterwachsen. Energieversorger wie Veolia, Engie, Verbund oder Enel setzen verstärkt auf Renewables und eröffnen damit Anlagechancen.

Gleiches könnte künftig auch für Domestic-Aktien aus Grossbritannien gelten. Nachdem die Briten am 31. Januar nun definitiv aus der EU ausgetreten sind, dürften sich hier die Unsicherheiten etwas verringert haben. Zudem wird die neue Regierung eine lockere Fiskalpolitik verfolgen. Somit ist der Brexit – vorausgesetzt, ein harter Brexit wird verhindert – durchaus eine Chance,  zu investieren und von künftigem Wachstum zu profitieren.  

Auch in Japan sehen wir Anzeichen für steigende Kurse. Die Bank of Japan wird weiter eine expansive Geldpolitik verfolgen und die Regierung hat kürzlich eine lockere Fiskalpolitik angekündigt. Unter anderem dadurch wird die Lohndeflation in Japan ein Ende finden und zusammen mit der hohen Beschäftigung für höhere Einkommen sorgen. Vor diesem Hintergrund haben wir Ende Januar auch ein Actively Managed Certificate (AMC) auf japanische Aktien lanciert.

Trotz oder gerade wegen verschiedener Unsicherheitsfaktoren eröffnen sich also momentan Anlagechancen und es ist davon auszugehen, dass die positiven Fundamentaldaten und die nach wie vor aktive Zentralbankenpolitik gerade akute Ereignisse übersteuern.