Marktausblick 2026 – Aktualisierung Q2
von
Felix Ronner
Ein Update zur globalen Wirtschaft im zweiten Quartal 2026: Von zunehmender geoökonomischer Fragmentierung über steigende Inflationsrisiken infolge geopolitischer Spannungen bis hin zu erhöhter Marktvolatilität. Erfahren Sie mehr über die zentralen Entwicklungen und Einflussfaktoren, die das aktuelle Marktumfeld prägen, und deren Bedeutung für die kommenden Quartale.
Strukturelles Umfeld – Geoökonomie und Fragmentierung
Die globale Wirtschaftsordnung verschiebt sich zunehmend von der Globalisierung hin zu einer geoökonomisch geprägten Fragmentierung. Handels- und Kapitalströme werden stärker politisiert, während sich die internationale Ordnung entlang geopolitischer Blöcke neu ausrichtet. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung regelbasierter Handelsmechanismen weiter ab.
Strukturelle Faktoren wie hohe Verschuldung, demografische Entwicklungen und ein begrenzter Produktivitätsfortschritt führen zu einem gedämpften globalen Trendwachstum. Die damit einhergehende Zunahme von Ungleichheit verstärkt politische Spannungen und Polarisierung – sowohl innerhalb von Volkswirtschaften als auch zwischen dem „Westen“ und dem „Globalen Süden“.
Wirtschaftsausblick – Moderates Wachstum bei erhöhten Risiken
Das globale Wachstum wird weiterhin durch geld- und fiskalpolitische Impulse gestützt und dürfte moderat ausfallen. In den USA bleibt die wirtschaftliche Dynamik robust, während Europa eine leichte Erholung zeigt. Insgesamt bleibt die Entwicklung jedoch fragil.
Die Abwärtsrisiken sind erheblich. Insbesondere der Iran-Krieg wirkt über steigende Energiepreise inflationär und belastet die globale Erholung. Gleichzeitig erhöhen strukturelle Herausforderungen – etwa die schwache Binnennachfrage in China bei steigenden Produktionskapazitäten – den Druck auf die Industrie in fortgeschrittenen Volkswirtschaften.
Einflussfaktoren – Geopolitische und strukturelle Risiken
Die geopolitischen Risiken haben deutlich zugenommen und dürften über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben. Konflikte im Nahen Osten und darüber hinaus beeinträchtigen insbesondere Energieproduktion und Transport und verstärken die Fragmentierung globaler Handelsströme.
Der daraus resultierende Inflationsdruck dürfte breiter und anhaltender ausfallen als bisher erwartet. Neben Öl und Gas sind zunehmend auch raffinierte Produkte und Agrargüter betroffen. Gleichzeitig bleibt die Geldpolitik von Unsicherheit geprägt, während politische und demografische Entwicklungen zusätzliche strukturelle Risiken darstellen.
Marktumfeld – Chancen trotz erhöhter Volatilität
Die Finanzmärkte reagieren auf das veränderte Umfeld mit erhöhter Volatilität. Geopolitische Unsicherheiten, steigende Inputkosten und Positionsanpassungen verstärken kurzfristige Marktbewegungen. Gleichzeitig zeigen sich klassische sichere Häfen wie der US-Dollar und der Schweizer Franken robust.
Trotz der kurzfristigen Unsicherheiten bleibt das langfristige Umfeld für Risikoanlagen grundsätzlich konstruktiv. Aktienmärkte profitieren weiterhin von steigenden Unternehmensgewinnen, während im Fixed-Income-Bereich insbesondere kurz- bis mittelfristige Anlagen mit Fokus auf Qualität attraktiv bleiben. Edelmetalle werden zusätzlich durch das geopolitische Umfeld unterstützt.
Den ausführlichen Marktausblick mit Aktualisierung für das Q2 2026 können Sie hier herunterladen.